Naturschutz

BN Ebern

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Vogelstimmen zum Lernen

2012

Auch wenn es noch früh im Jahr ist und der Winter sich mit frostigen Temperaturen zeigt, so sind doch schon zahlreiche Vogelarten aktiv und zu entdecken. So führt der Bund Naturschutz Ebern in Zusammenarbeit mit der VHS Ebern auch in diesem Jahr wieder vier Vogelstimmenwanderungen zum Kennen lernen durch.
Bereits am Sonntag, den 5. Februar trifft man sich um 8.00 Uhr in Ebern am Katholischen Pfarrzentrum. Die Führung hat Dr. Werner Ullmann.

Gerade in der frühen Jahreszeit und trotz der noch niedrigen Temperaturen bietet sich die Möglichkeit die einzelnen Vogelarten genauer zu beobachten, den Gesang wenig vermischt wahrzunehmen und damit die Vogelstimmen leichter einzuprägen.  Als Besonderheit sind sicher einzelne Wintergäste noch zu beobachten. Außerdem wird zu Beginn ein Quartier des Vogel des Jahres 2012, der Dohle, betrachtet.

Zur Exkursion, die etwa zwei Stunden dauert und um den Altstadtring führt, sind eine wetterfeste Kleidung und das Mitbringen eines Fernglases zu empfehlen.

Fortgesetzt werden die Führungen am
Sonntag, den 4. März wieder in Ebern um 8.00 Uhr
Sonntag, den 1. April um 7.00 Uhr in Gereuth am Schlosseingang
und schließlich für Frühaufsteher am Sonntag, den 13. Mai um 6.00 Uhr an der Itzbrücke in Hemmendorf.

 

2011 05 15 Vogelstimmenwanderung

15. Mai 2011 Vogelstimmenwanderung für „Frühaufsteher“

Dr. Werner Ullmann führte letzte von vier Veranstaltungen von BN und VHS Ebern

Blaukehlchen und Kiebitze als Highlights

Zahlreiche „Frühaufsteher“ fanden sich in Hemmendorf an der Itzbrücke zur letzten Vogelstimmenwanderung des Bund Naturschutz Ebern und der VHS Ebern ein. Dr. Werner Ullmann konnte bei idealen Bedingungen gleich auf Grünfink, Gartengrasmücke und Zilp-Zalp hinweisen. Bei angenehmen Temperaturen ließ es sich leicht an der Itz verweilen, man konnte Nachtigall, Teichrohrsänger und Rohrammer lauschen und die Bachstelze  beobachten. 
Die Itzgrundwiesen ließen diesmal einige Überraschungen zu. So wurden die gelb leuchtenden Bachstelzen und Feldlerchen auf frisch gemähten Wiesen ausdauernd beobachtet.
Als besonderer Höhepunkte zeigte sich aber die Entdeckung des Blaukehlchens, das sich mehrmals den Teilnehmern von seiner besten Seite zeigte. Dabei konnte auch der leuchtend blaue Kehlfleck intensiv betrachtet werden. 
Als mehrere Kiebitze sich gaugelnd in die Luft erhoben und sich im Sturzflug Richtung Wiesengrund  begaben, brachte dies die Naturfreunde ins Schwärmen. Da gerieten die prächtigen Bilder der Rohrammer und des Braunkehlchen schon fast in den Hintergrund.

Mit vielen interessanten Geschichten und genauen Beschreibungen der Charaktere gestaltete der Vogelfreund Ullmann die knapp dreistündige Wanderung stets unterhaltsam. Am Ende, als man im „Fischerstübl“ noch einen Kaffee trank, konnte man feststellen, dass weit über 30 Vogelarten gehört oder gesehen worden sind.

 

Vogelstimmenwanderungen 2011

 

Erfassung von Schwalbenbeständen 2010

Wo sich Glücksbringer einnisten

BN Ebern erfasst im Jahr 2010 wieder Schwalbenbestände
 Tipps für Hausbesitzer
SchwalbennesterZeichnung320

EBERN. Im Volksglauben bringt die Schwalbe einem Haus, in dem sie nistet, Glück. Sie schützt es vor Feuer und Blitz. Doch die Lebensbedingungen für Schwalben sind schwieriger geworden. Die Schwalbenzählung des Bundes Naturschutz - erfasst wurden Mehl- und Rauchschwalben - im Eberner Raum hatte bereits in den neunziger Jahren deutlich gezeigt, wie sehr die Schwalben von äußeren Bedingungen abhängig sind.
Hatte in einer Ortschaft ein weiterer Landwirt die Milchwirtschaft aufgeben müssen, so war im darauffolgenden Jahr die Anzahl der Rauchschwalben deutlich zurückgegangen. Wichtig ist der Zugang zu Ställen und anderen landwirtschaftlichen Gebäuden für die Rauchschwalben, die im Innern von Gebäuden nisten. Hier stellt ein geöffnetes Fenster schon eine Hilfe dar.
So werden die Schwalben zum Teil auch Opfer des gesteigerten Sauberkeitsbedürfnisses unserer Tage. Aber selbst dort, wo ihnen der Nestbau nicht verwehrt wird, ist ihnen das Anheften ihrer Nester wegen der Glätte der neuen Außenputze oft nicht möglich. Oder aber stürzen die Nester, wegen der schlechten Haftung, durch die auf die Häuser übertragenen Erschütterungen aus dem Straßenverkehr, oftmals sogar zusammen mit der Brut, wieder ab.
Vorbildlich nennt der BN das Verhalten der Hausbesitzer, die an ihren Hauswänden Nisthilfen anbringen und darunter Kotbretter zur Vermeidung von Schmutz an der Hauswand und auf dem Boden. Wird gleichzeitig noch dafür gesorgt, dass in feuchten Schlammlöchern Material für den Nestbau zur Verfügung steht, so ist die Hoffnung berechtigt, dass sich Schwalben ansiedeln werden - besonders dann, wenn in der Nachbarschaft schon welche nisten, betont man beim Bund Naturschutz. Fertige Kunstnester können spät eintreffenden Schwalben helfen, den entstandenen Zeitverlust wieder wettzumachen. Groß ist die Freude vieler Naturliebhaber, wenn die Schwalbe, die als so genannter "Kulturfolger" die Nähe des Menschen sucht und von jeher als Glücksbringer gilt, "unter seinem Dach" eine neue Brutstätte gefunden hat.
Leider gehen trotzdem die Bestände der beiden heimischen Schwalbenarten, der Mehl- und der Rauchschwalbe deutlich zurück.
Um dies zu belegen und das Thema bekannt zu machen, führen wir in diesem Jahr wieder eine Schwalbenerfassung durch. Als Vergleich dienen uns die umfangreichen Daten die vom Bund Naturschutz Ebern von 1992 – 1996 unter Mithilfe zahlreicher Unterstützer gesammelt wurden. Dabei wurden in etwa 30 Ortschaften die Schwalbenbestände anhand der besetzten Nester im Eberner Raum erfasst.
Damit besteht die einmalige Gelegenheit vor Ort Veränderungen zu belegen.

Helfen Sie mit, übernehmen Sie die Erfassung einer Ortschaft oder melden einzelne Nachweise an Gebäuden, sprechen Sie Bekannte, Nachbarn an, damit ein möglichst umfassendes Ergebnis erreicht wird!

Die Erfassung erfolgt im Monat Juni und umfasst die beiden Schwalbenarten Mehlschwalbe, die an Häusern baut und brütet und die Rauchschwalbe, die im Gebäude, bevorzugt Ställen, zu finden ist.

Erfassungsbögen und weitere Informationen gibt es bei Harald Amon 09531 1737 oder bei Kurt Langer 09531 4131.


 


Vogelstimmenwanderung des BN Ebern

Vogelstimmen2008_03_09
Als die ersten Sonnenstrahlen herauskamen, horchten die Vogelfreunde bei der Vogelstimmenexkursion des Bundes Naturschutz Ebern unter Führung von Dr. Werner Ullmann im Bereich des ehemaligen Standortübungsplatzes.
Begrüßt vom Gesang von Sing- und Misteldrosseln konnten die Teilnehmer bald im Waldbereich vier Meisenarten, Blau-, Kohl, Sumpf- und Haubenmeise, beobachten.
Goldammer und Feldlerche zeigten sich anschließend im offenen Gelände, bevor im baumhöhlenreichen Wald nördlich des Bi-Weihers verschiedene Spechte Löcher in die Bäume meiselten. Wie bestellt konnten die begeisterten Vogelfreunde einen Buntspecht bei seinem Arbeitseifer lange beobachten.
Die freie Aussicht vom Käpelle auf Ebern genossen die Teilnehmer, die von den perlenden Gesängen von Rotkehlchen und Zaunkönig aus dem Unterholz abgelenkt wurden.
Vorsitzender Harald Amon bedankte sich bei dem Vogelkundler Dr. Werner Ullmann für seine anwechslungsreiche, informative Exkursion und versprach, dass der Bund Naturschutz in den nächsten Wochen wieder Führungen in das ehemalige Standortübungsgelände durchführen wird, um dessen Arten- und Lebensraumvielfalt aufzuzeigen.


NP 27.05.2004 Pirol wieder in Ebern

EBERN - Der Prächtige goldgelbe Pirol ist wieder da
Am 26. September 1827 fragte Goethe Johann Peter Eckermann, der ihm bei der Redaktion seiner Alterswerke half, welcher Vogel im Frühling am spätestens zu uns zurückkommt. Eckermann antwortete Goethe, es sei der “prächtige goldgelbe Pirol”, der erst gegen Pfingsten zu hören sei. Und tatsächlich kommt der Pirol erst im Mai, wenn der Wald schon belaubt ist. Wegen seiner späten Ankunft wird er auch Pfingstvogel genannt. In diesem Jahr war er ziemlich früh dran. Am Losberg in Ebern konnte man seinen auffallenden Ruf erstmals am 2. Mai hören. Der Vogel ist etwa amselgroß. Kopf, Rücken und Unterseite sind leuchtendgelb, Flügel und Schwanz schwarz. Er hält sich meist versteckt in hohen Baumkronen auf. Dort baut er auch sein kunstvolles Nest. Sein Ruf ist klangvoll tönend. Man versuchte ihm so wie dem Kuckuck einen lautmalerischen Namen zu geben. Das ist nicht gelungen. Der Pirol ruft nicht Pirol, eher schon Loriot (das ist sein französischer Name, den sich Herr von Bülow zueignete), richtiger aber vielleicht “didüaluö”. Jedenfalls ist der Ruf unverwechselbar, genauso auffallend wie der Ruf des Kuckucks, aber wärmer und voller, fast klingt er wie von einer Flöte gespielt. Man muss ihn einfach gehört haben. Er gehört zu unserem Wald wie der Ruf des Kuckucks.
Wer am Eberner Schwimmbad parkt oder am Losberg spazieren geht, kann den Pirol hören, sehen wird man ihn kaum.


Mai 2004 - Bund Naturschutz Ebern stellt den Zaunkönig vor
- Vogel des Jahres 2004 -

Auf eine intakte natürliche Umgebung angewiesen
Erfassung bis Ende Mai
Einer der kleinsten heimischen Vögel, der Zaunkönig wurde von den Vogelschützern zum „Vogel des Jahres 2004“ bestimmt. Stellvertretend als populärer Sympathieträger, so meint der Bund Naturschutz Ebern, wirbt er für viele andere Tiere des Siedlungsraumes für natürliche Gärten, Parks und Grünflächen. Der BN bittet um Mithilfe bei einer Erfassung.
Der kaum 10 Gramm schwere Vogel ist durch sein rost-braun gebändertes Gefieder im Unterholz perfekt getarnt. Seine fehlende äußere Pracht macht er mit seinem laut schmetternden, unverwechselbaren Gesang wett, wenn er schon kurz nach vier Uhr in der Früh und bis in den späten Abend zu hören ist.
Sein spitzer und leicht gebogenen Schnabel kennzeichnet ihn als typischen Insektenfresser. So stehen Spinnen, Weberknecht, Motten, Fliegen und andere Insekten, sowie deren Eier und Larven auf seinem Speiseplan. Diese Beute suchte er vor allem in Bodennähe, im Wurzelwerk und Reisig. Er findet sie in heimischen Stauden und Sträucher und weniger „aufgeräumten“ Gärten, Parks und Wäldern.
Das Zaunkönigmännchen baut zumeist mehrere kugelförmige Nester, von denen sich das Weibchen das geeignetste Werk aussuchen darf. Dieses liegt oft in Wurzeltellern umgestürzter Bäume oder in ausgewaschenen Wurzelstöcken an Bachufern, manchmal auch zwischen Holzbalken.
Sehr beliebt ist beim Vogel des Jahres ein natürlicher Bachlauf mit einem reich strukturierten Ufer. Der Zaunkönig bedankt sich für ein ungestörtes Brutgeschäft, wenn Hecken, Gebüsche sowie Röhricht- und Schilfbestände nicht bis zum Herbst gerodet oder angeschnitten werden. Dies gilt auch für einige Stellen im Garten an denen Laub und Schnittgut einmal liegen bleiben. Reisighaufen stehen als Nistplätze hoch im Kurs und ziehen Insekten an, die beim Zaunkönig auf dem Speiseplan stehen.
Der Zaunkönig ist derzeit nicht in seinem Bestand gefährdet, doch steht der Vogel für ein ganzes Gefolge von Tieren und Pflanzen, die auf eine intakte natürliche Umwelt angewiesen sind. So liegen für den allgemein bekannten Zaunkönig kaum Bestandszahlen vor. In Ebern sind im Stadtgebiet am Bahngleis südlich des Forstamtes und an der Stelle des Gedenksteines Vorkommen bekannt. Der BN würde gerne weitere Vorkommen des Zaunkönigs in Verbindung mit dem jeweiligen Lebensraum erfassen und bittet deshalb Vogelfreunde bekannte Standorte mitzuteilen.
Die Erfassung ist noch bis Ende Mai möglich. Dazu können Erfassungsbögen ausgefüllt werden, die bei der Apotheke am Grauturm ausliegen oder man meldet seine Beobachtung direkt bei Harald Amon 09531/1737 oder Alexander Hippeli 09531/5548.


NP 06.05.2004 Nachtigall in Ebern
Eine wundervolle und reiche Stimme
EBERN - Seit 30. April 2004 singt nach zweijähriger Pause in der Anlage am Angerbach wieder die Nachtigall. Der Vogel ist ziemlich unscheinbar. Die Ober­seite ist mittelbraun, die Unter­seite etwas heller. Schwanz und Flügel sind rötlich angehaucht. Die Nachtigall lebt sehr ver­steckt im Dickicht, vor allem in Auwäldern, Feldgehölzen und Parkanlagen mit dichtem Unterwuchs. Das Nest aus trockenen Blättern, Gras und Haaren wird auf dem Boden oder im dichten Gestrüpp gut versteckt angelegt. Die Nachtigall ernährt sich in der Hauptsache von Insekten, Spinnen und Würmern.
Sie kommt Mitte bis Ende April aus Afrika zurück. Das Männchen singt dann bis etwa Mitte Juni im Gebüsch auch Nachts. Der Gesang ist sehr laut und abwechslungsreich. Viele verschiedenartige, kristallklare, sich überschlagende Motive wechseln mit  monotonen Schmettertönen ab, dazwischen leise, lang gezogene, anschwel­lende Pfeiftöne in leicht absin­kender Tonhöhe (das so genann­te Schluchzen). Seit mehr als 1000 Jahren gehört die Nachti­gall gerade wegen ihres Gesangs zu dem poetischen Bewusstsein unseres Volkes.
Walther von der Vogelweide (er lebte etwa von 1170 bis 1230) schrieb in seinem Gedicht „Unter der Linde": ,,Tandaradei - schone sanc diu nahtegal - ,,Schön sang dort die Nachtigall". Im Märchen von Jorinde und Joringel wird die schöne Jorinda, Joringels Braut, in eine Nachtigall verwandelt.
Albertus Magnus (geboren um 1193, gestorben 1280), der große Theologe und Philosoph des Mittelalters, schrieb: ,,Die Nachtigall hat eine wundervolle melodische und reiche Stimme, die getragen und wie schluchzend erklingt, bald in klaren, abgesetzten Tönen, bald in weichen Übergängen. Ihr Lied ist volltönend, tief und hoch, stürmisch und feierlich, jauchzend und klagend, als musizierten Harfen, Geigen und Flöten."
In der christlichen Symbolik steht die Nachtigall für die Himmelssehnsucht. Sie ist häufig auf spätmittelalterlichen Madonnenbildern zu sehen.