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FT 27.11.2007
Hauptversammlung des Bund Naturschutz Ebern
am 23.11.2007 in der Rathaushalle Ebern
Der Bund Naturschutz in Ebern blickte auf 25 Jahre zurück und verwies auf
vielfältige Aktivitäten im Bereich des Umweltschutzes. Der bisherige Vorstand wurde wieder gewählt.
VON UNSERER MITARBEITERIN Beate Dahinten
Ebern - Mit dem Verweis auf ein Jubiläum begann Vorsitzender Harald Amon seinen
Rückblick bei der Mitgliederversammlung des Bundes Naturschutz (BN) Ebern.
Vor 25 Jahren schon haben sich die Naturschützer in und um Ebern organisiert. Aus
dem Arbeitskreis Ökologie, gegründet im Januar 1982, ist eine BN-Ortsgruppe mit derzeit 348 Mitgliedern und Förderern geworden. Aber nicht nur zahlenmäßig hat sich die Gruppe gemausert. „Durch unsere
vielseitigen Aktivitäten im Bereich Energie, Müll, Verkehr, der Agenda, Umweltbildung und praktischen Naturschutz haben wir große Erfahrung gesammelt können und uns im hiesigen Raum etabliert“,
sagte Amon.
Am stärksten ist der BN vertreten in Ebern selbst (210 Mitglieder und Förderer)
sowie in den Marktgemeinden Rentweinsdorf (46) und Maroldsweisach (46). Betreut werden außerdem die Gemeinden Untermerzbach, Pfarrweisach, Ermershausen und Kirchlauter.
Im Bericht des Vorsitzenden durfte natürlich das heiße Eisen Konversion nicht
fehlen. Amon legte noch einmal die Haltung des BN dar. Im Herbst 2005 habe der erweiterte Vorstand erklärt, keine Einwände gegen eine Konversion unter dem Motto „Natur und Technik“ zu haben.
„Nach Einsichtnahme in die Pläne im Februar 2006 mussten wir jedoch feststellen,
dass die geplante 360 Tage intensive Nutzung empfindlicher Bereiche zu erheblichen Beeinträchtigungen der Natur führen würde“, sagte Amon. „Der BN als Naturschutzverband musste hier Position
beziehen.“ Momentan setze sich der BN für eine möglichst breite, europaweite Ausschreibung ein, die nicht nur die Nutzung als Motorpark beinhaltet. „Damit setzen wir auch unsere konstruktive
Haltung fort.“
Ein nicht minder aktuelles Thema ist gerade auch für die Naturschützer die
Klimaerwärmung. Der BN Ebern begrüße die Initiativen zum geplanten Eberner Wärmenetz, „die wir sicher am Runden Tisch und der Agenda 21 mit angeschoben haben“, so Amon. Zu diesem Thema werde
man in der nächsten Zeit verstärkt Gedanken und Informationen einbringen.
Landschaftspflege, Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit gehörten zu den
Schwerpunkten in der zurückliegenden Amtsperiode des Vorstands. So hat der BN Ebern nicht nur ein großes Grundstück, sondern mittlerweile auch vier Schafe erworben. „Die Tiere sollen uns bei der
aufwändigen Pflege helfen“, sagte Amon.
Positiv überrascht sei
man über die hohe Resonanz auf die Familienwanderung. Die seit zwei Jahren bestehende Waldkindergruppe des BN Haßberge hingegen würde sich über weitere Kinder freuen.
Mit verschiedenen
Exkursionen, festen Veranstaltungen wie der Fahrradbörse, dem BN-Fest an der Bramberger Mühle und dem Apfelfest beim Oktober-Markt „sind wir vielfältig am Eberner Leben beteiligt“, so
Vorsitzender Harald Amon.
Jahreshauptversammlung Bund Naturschutz Ebern am Freitag, 23. November 2007 19.00 Uhr in der Rathaushalle in Ebern
Programm:
19.00 Uhr Dia-Vortrag von Manfred Wagner über eine Reise mit dem Fahrrad über 6.000 km durch die Wolgaregion, Ural und Sibirien
- zu diesem Veranstaltungsteil ergeht herzliche Einladung an alle Interessierte
im Anschluss daran, ab ca. 20.30 Uhr Pause mit Imbiss
21.00 Uhr Jahreshauptversammlung mit Neuwahl des Vorstandes
Kurze Information über den Dia-Vortrag:
Mythos Sybirien
6000 km mit dem Fahrrad durch Wolgaregion, Ural und Sibirien
Mit eindrucksvollen Fotos präsentiert der 51 jährige Manfred Wagner aus
Königsberg seine Erlebnisse bei dieser außergewöhnlichen Fahrradtour. Diese Art des Reisens führt ihn zu engen Begegnungen mit Land und
Leuten. Zuerst durch das Wolgagebiet, in dem ehemals viele Deutsche lebten, dann durch die Uralregion mit der geschichtsträchtigen Stadt
Ekaterinburg und schließlich durch die unendliche Weite der Taiga.
Er trifft auf katastrophale Straßenverhältnisse, primitive Unterkünfte,
riesige Industrieanlagen, aber auch auf intelligente und weltoffene Menschen, auf die unberührte Natur der Taiga und auf Landschaften wie aus dem Bilderbuch.
Sibirien – und das ist der Schwerpunkt des Abends – hat viele Gesichter.
Wie kaum ein anderes Land gilt Sibirien den Menschen in Deutschland und
Europa als Inbegriff des Schreckens. „Ab nach Sibirien“ – dieses Urteil rangierte einst als oft lebenslängliche Verbannung in eisige Kälte und unendliche Weite gleich nach der Todesstrafe.
In seinem Vortrag vermittelt Wagner auch die andere Seite Sibiriens:
Junge, aufstrebende und blühende Städte, natürliche Lebensräume für unzählige Tiere und Pflanzen und ehrgeizige und fleißige Menschen.
Schier unerschöpfliche Ressourcen an Bodenschätzen sind Chance und
Risiko zugleich: Ein Land zwischen Aufbau und Raubbau.
Endziel der Reise ist der bezaubernde Baikalsee, die Perle Sibiriens. Dieser
tiefste Süßwassersee der Erde enthält allein 20 Prozent allen Trinkwassers der Erde und ist in seiner ökologischen Bedeutung vergleichbar mit den Galapagosinseln.

Bild oben: Tjumen ist eine Metropole mit etwa einer halben Million Einwohner an der Grenze zwischen der Uralregion und Sibirien. Tjumen liegt auf asiatischem Boden am Flußlauf des Tura, über 2.000 km östlich von Moskau.

Bild oben: Staubwolken auf der Straße
Bild unten: Zerstörte Landschaft in der Nähe einer Kupferindustrie


Brücke über den Jenissej bei Krasnojarsk
Der Jenissei (russisch Енисей) ist ein 4.092 km langer Strom in Sibirien (Russland, Asien). Er wird auch als
sibirischer Meridian bezeichnet, da er etwa in der Mitte von Sibirien entlang des 90. Längengrades von Süd nach Nord in die Karasee des Polarmeeres fließt.
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