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Rendezvous mit Fledermaus, Frosch und Gelbbauchunke
"Fest für die Natur in Ebern" auf dem alten Kasernengelände
Ein Fest für die Natur wird am Samstag, 20. Juni, in der ehemaligen Kaserne und auf dem Standortübungsplatz in Ebern dargeboten. Vor allem
Familien mit Kindern werden auf einem drei Kilometer langen Rundgang mit vielen Stationen angesprochen. Dabei ist für jede Altersstufe viel Interessantes geboten, sagen die Initiatoren unter Leitung
des BN-Kreisvorsitzenden Dr. Klaus Mandery.
von Josef Schröder
"Wir wollen unseren Mitbürgern zeigen, welch wertvolles Gebiet sich auf einer Fläche von 270 Hektar in Jahrzehnten entwickelt hat",
betont er. Hier kommen ganz besondere Tiere und Pflanzen vor. Inzwischen seien fast 3000 Tier- und Pflanzenarten registriert worden. Bei dem Fest für die Natur werde die gleiche Anzahl an Luftballons
aufsteigen, um darzustellen, welch ein Schatz an Artenvielfalt in dem ehemaligen Militärgelände erhalten geblieben ist. So können beim Rundgang sogar so selten gewordene Arten wie die Gelbbauchunke
und Laubfroschbiotope bewundert werden. Die vielen Strukturen wie flache Tümpel, mit Wasser gefüllte Fahrspuren und naturbelassene Weiher machen dies möglich. In den bunten ungedüngten Blumenwiesen
blühen seltene Orchideenarten.
Dr. Klaus Mandery kommt richtig ins Schwärmen, wenn er von der Artenvielfalt erzählt. Derzeit sei er dabei, die Fledermäuse in dem Gebiet des
ehemaligen Militärgeländes nachts mittels eines Batdetektors, der die Ultraschalltöne hörbar macht, zu registrieren. Die abwechslungsreiche Landschaft, Streuobstwiesen und lichte Wälder seien
geradezu ideal für die sehr sensiblen nachtaktiven Tiere, die hier in erstaunlich großer Vielfalt vorkämen.
Auch die Wildkatze scheint durch das Gebiet zu streifen, denn es wurden dafür schon Nachweise gefunden. Auch der Artenreichtum in der Vogelwelt
sei enorm. So kommen hier unter anderem sechs von sieben in Deutschland lebenden Spechtarten vor. Es gelte aber noch vieles zu erforschen, wie zum Beispiel die Insektenwelt, die ebenfalls durch die
Vielzahl von Lebensräumen ideale Bedingungen hätte.
Biologen bekämen feuchte Augen vor lauter Begeisterung, wenn sie sich in dem Gebiet aufhalten würden. Jeder Besucher spüre, dass er in eine
andere Welt eintauche. Auch sei dies an den vielen verschiedenen Vogelstimmen zu hören. So wird der Besucher derzeit gleich am Eingangstor der ehemaligen Kaserne mit dem wunderschönen Gesang der
Nachtigall empfangen.
Die Biodiv-Initiative Ebern, zu der sich die tragenden Vereine und Gruppen zusammengeschlossen haben, hat sich am Samstag, 20. Juni, von 10.00
bis 17.00 Uhr mit einem reichhaltigen Programm viel vorgenommen. Natur pur kann auf Schritt und Tritt bei vielen Aktionen und Informationsständen erlebt werden. Sogar ein Film über das wertvolle
FFH-Gebiet zeigt in 25 Minuten viele seltene Pflanzen und Tierarten. Der Film soll für den großen Wert dieser reichhaltigen und attraktiven Landschaft sensibilisieren.
Die Biodiv-Initiative wünscht, dass diese nicht durch einen Überbau in ihrer Schönheit und Ruhe gestört wird. Es wäre wünschenswert, so Dr.
Klaus Mandery, dass auch unsere Nachkommen noch einen solchen vielfältigen Garten Eden vorfinden und sich daran erfreuen können. Vor allem möchte der Sprecher die Jugend für das Projekt am
Standortübungsplatz begeistern.
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